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Newsletter 2026/2

Augsburg, den 11.08.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,                

liebe Freunde und Förderer des Schulhilfswerks!

Der berühmte Schweizer Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) sah die grundsätzliche Aufgabe der Erziehung in der Entfaltung von Kräften und Anlagen des Menschen, die diesem bereits von Geburt an mitgegeben sind. Mit seiner Forderung nach einer harmonischen Bildung mit „Kopf, Herz und Hand“ vertrat er schon zu seiner Zeit einen ganzheitlichen Ansatz. Ein besonderes Augenmerk richtete er auf die Elementarbildung der Kinder, welche schon vor der Schule in der Familie beginnen sollte.

In den Gemeinden und Schulen afrikanischer Länder, mit denen das SHA in Verbindung steht, sehen wir dieses Prinzip in vielfältiger Form verwirklicht. Was vor allem damit zu tun hat, dass mangels anderer Besitztümer die eigene Fähigkeit und das eigene Wissen die einzigen Ressourcen sind, auf denen die Familien dort ihre Existenz heute und morgen aufbauen können. Beispielhaft dafür stehen die Eigenleistungen, mit denen Eltern und gelegentlich auch Kinder dazu beitragen, dass zum Beispiel Neubauprojekte gelingen können. Da werden in mühsamer Handarbeit Lehmziegel geformt, gebacken und oft über lange Wege geschleppt – und die Transporthelfer sind die Gedanken und Wünsche für die Zukunft der eigenen Kinder.

Hierzulande stehen uns andere Möglichkeiten zur Verfügung, um unsere Familie zu unterstützen, die Brüder und Schwestern im Glauben, die unserer Hilfe bedürfen. Wir stellen ihnen darum Geldmittel zur Verfügung, mit denen sie das fehlende Baumaterial kaufen können. Wie stark unser Beitrag ist, sieht man an einer einfachen Verhältnisrechnung: Auf einen Ziegel aus Eigenproduktion kommen, je nach den örtlichen Verhältnissen, zwischen 12 und 20 Ziegel, die wir dank Ihrer großherzigen Spenden finanzieren helfen. Diese einfache Rechnung ist der Hauptgrund, warum unsere Briefe an Sie keine „Zugaben“ enthalten. Kugelschreiber, Kalender, Grußkarten; sie kennen die Liste der Nettigkeiten aus Ihrem Briefkasten. Obwohl sich derlei Geschenkartikel heute leicht und kostengünstig von spezialisierten Lieferanten beschaffen lassen, gibt es sie gleichwohl nicht umsonst. Und wenn sich dann die Euros dafür häufen, schwindet am anderen Ende der Lieferkette der Lehm für die Ziegel. Das können und wollen wir nicht verantworten und hoffen deshalb auf Ihr Verständnis für diese „Enthaltsamkeit“.

Zur Verantwortung für den wirksamen Nutzen Ihrer Spenden gehört, dass wir seit vielen Jahren den Verwaltungs- und Nebenkostenaufwand unserer Arbeit so gering wie möglich halten. Im Durchschnitt gelingt es uns, nur rund einen Cent pro gespendetem Euro so zu verwenden. Für Porto, Druck, Bankspesen. Alle hier im Team des Schulhilfswerks arbeiten selbstverständlich ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung. Das bedeutet:
99 Cent gehen direkt zu den befürworteten Projekten in Afrika und leisten dort, im wahrsten Sinn des Wortes, Aufbauhilfe.

Wir vermeiden zudem Umwege, indem wir die zugesagten Förderungen direkt den jeweiligen Projektträgern zugutekommen lassen oder dem örtlichen Bischofsamt oder Kloster. Die überwiegende Mehrheit unserer Ansprechpartner in Afrika ist uns seit langem bekannt, oft auch persönlich. Auch dies verstehen wir in unsicheren Zeiten als einen verlässlichen Schutz dafür, dass alles Geld wohlbehalten dort hingelangt, wo es gebraucht wird.

Manche von Ihnen erinnern sich evtl. in diesem Zusammenhang daran, dass einige Schulen oder Projekte unsere Unterstützung immer und immer wieder erbeten und erhalten haben. Vielleicht ist dabei auch Ihnen schon mal die Frage gekommen (oder von anderen gestellt worden): „Ihr helft und helft und helft – aber es wird Nichts besser. Wann zeigt das Geld denn endlich Wirkung?“ Wer hier auf Bilanzen und Renditen schielt, wird allerdings keine Antwort finden. Wer aber die wissbegierigen, fröhlichen Gesichter der Kinder sieht, die uns auf Fotos fertiggestellter Projekte erreichen, erkennt auf Anhieb, wo die Wirkung stattfindet: Jeder Euro, der in die Bildung und Ausbildung dieser nachwachsenden Generationen fließt, wirkt ewig. Denn er verändert Lebensbedingungen zum Besseren. Er verhindert den Absturz in Not und Elend. Er stärkt Selbstbewusstsein und die Fähigkeiten jedes jungen Menschen dauerhaft und hilft letzten Endes dazu, Migration zu vermeiden.

Wir sehen uns dabei geleitet von einer lang dauernden Tradition der Weltkirche, die auf Nächstenliebe und die Verantwortung für das Wohlergehen aller Menschen gründet. Bildung ist „eine der höchsten Ausdrucksformen christlicher Nächstenliebe“, bekräftigte Papst Leo XIV. bei der Veröffentlichung seines Apostolischen Schreibens mit dem Titel „Neue Landkarten der Hoffnung entwerfen“ im vorigen Herbst.  Eine vom Wort Christi geleitete Bildung baue Brücken und eröffne neue Möglichkeiten der Sinn- und Wissensvermittlung. Die Welt brauche diese Form der Hoffnung, bekräftigt er mit Verweis auf die dramatischen Bildungsrückstände in vielen Teilen der Welt, auf Kriege, Migration, Ungleichheiten und verschiedene Formen der Armut. „Wie können wir da nicht die Dringlichkeit spüren, unser Engagement zu erneuern?“, fragt der Papst.

So gesehen liegt Uganda direkt am Niederrhein, gehört der Kongo zur Oberpfalz und ist es nur ein Katzensprung von Nigeria in den Schwarzwald. Wir laden Sie ein, sich auf unserer Website schulhilfswerk.de einen Überblick über diese besondere Landkarte zu machen, in denen Menschen aus Liebe und Überzeugung in einem gemeinsamen Ziel zusammengefunden haben: Schulen und Bildung in Afrika ein solides, dauerhaftes Fundament zu verschaffen. Ganz im Sinne des Pädagogen Pestalozzi, der 1780 in seiner „Abendstunde eines Einsiedlers“ schrieb: „Der Segen der Welt ist gebildete Menschlichkeit.“

Wenn Sie dazu noch weitere Fragen haben, sind wir selbstverständlich jederzeit für Sie ansprechbar.

Mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott!“ und den besten Wünschen für einen heiteren Sommer grüßt Sie herzlich
Ihre

Anne Gierlich

1. Vorsitzende